Etwa gleichzeitig mit dem Bau des Bahnhofs Friedrichstrasse entstand südlich von diesem 1881 in unmittelbarer Nachbarschaft mit 550 Betten das erste Grosshotel der Reichshauptstadt. Die eigentliche Sensation des mit grossem Luxus ausgestatteten "Centralhotels 'l bildete der 1 '700 Quadratmeter grosse glasüberdachte Wintergarten im Innern des Hotels, der in der Folge als Fest— und Konzertsaal genutzt wurde.
1887 wurde der Wintergarten zu einem Varieté umgestaltet, das in wenigen Jahren die führende Rolle als Veranstaltungsort im Stadtzentrum einnahm. Nach Umbauten in den Jahren 1910 und 1928 wurde der Wintergarten zum berühmtesten Varieté-Theater Berlins im Herzen des Vergnügungsviertels der Friedrichstrasse.
Im zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude zerstört. An seiner Stelle befindet sich heute als Uebergangslösung eine Grünanlage. Die aus Finanzknappheit vorzeitig zum Erliegen gekommene "Hauptstadtplanung lt der ehemaligen DDR hatte für dieses Areal unter der Projektnummer 115/2 neben Grenzabfertigungsanlagen eine Mischung aus Ladenpassagen und kulturellen Angeboten vorgesehen.
Die schon im 18. Jahrhundert bebaute nördliche Spitze zwischen Bahnhof und Spree war nach 1919 Gegenstand zweier ambitionierter Wettbewerbe der eigens zur Bebauung dieses Geländes gegründeten "Turmhaus AG". Der herausragende Beitrag bestand in Mies van der Rohes Entwurf eines 30-stöckigen gläsernen Hochhauses von 1919, der fortan zu den architektonischen Leitbildern der Moderne zählte. In DDR—Zeiten wurde auf diesem Areal die trostlose zentrale Abfertigungshalle, genannt "Tränenbunker'% für den Grenzübertritt zwischen Ost— und Westberlin errichtet.
Nach der Wende stellte sich die Frage nach einer der Qualität des Ortes angemessenen Nutzung erneut.
→ Geschichte des Wintergartens in Wikipedia