Rysler Architekt SIA
Stiftungsrat Johanneshaus
Oberwil BL, 1997
Nutzwertanalyse
Abschätzung von Bau- und Betriebskosten
Nachdem das 14. Vorprojekt vorlag, musste der Stiftungsrat feststellen, dass der geplante Umbau unter Einhaltung der gegebenen Subventionsvorschriften nicht zu finanzieren war.
Auf der Grundlage realer Kosten wurden mithilfe dieser Nutzwertanalyse nun die Auswirkungen verschiedenster Wohnformen – von der Pflegewohnung bis zum traditionellen Pflegeheim – auf die Bau- und Betriebskosten untersucht. Es wurden einfachere Umbaukonzepte vorgeschlagen, die das Potenzial der bestehenden Baustruktur besser nutzen. Ein Vergleich mit den Pflegetaxen aller umgebenden Heime lieferte Aufschluss über die Marktchancen und damit über die Machbarkeit.
Das Ziel der Untersuchung war, die vorhandenen Mittel so effektiv wie möglich einzusetzen. Für Bewohner und Betrieb sollte der größtmögliche Nutzen erzielt werden.
Das hier vorgestellte Vorgehen ermöglicht es, in einem frühen Planungsstadium sehr rasch konkrete Aussagen zum Kosten-Nutzen-Verhältnis unterschiedlicher Betriebskonzepte zu treffen.
Mit geringem Aufwand konnten dem Stiftungsrat die Vor- und Nachteile sowie die Finanzierbarkeit und Marktfähigkeit verschiedener Betriebskonzepte aufgezeigt werden.
Durch eine sorgfältige Analyse und Bewertung der Rahmenbedingungen erkennt der erfahrene Planer das in der bestehenden Baustruktur verborgene Lösungspotenzial. Er erkennt, welche Eingriffe kostengünstig sind und mit welchen sich der größte Nutzen erzielen lässt.
Der bestehende Korridor, der als öffentliche Zone zu eng ist, besitzt die richtigen Abmessungen, um die Nasszellen aufzunehmen. Dadurch kann das Zimmer in seiner Größe unverändert belassen werden und die für die Bewahrung der Identität des bestehenden Betriebs wichtige Gartenfassade kann erhalten werden. Durch einfache Türdurchbrüche zwischen den straßenseitigen Stationsräumen entsteht eine neue, großzügige Gangzone.
Eine zweite Zimmerschicht lässt sich als kostengünstiger Neubau vor der bestehenden Bausubstanz realisieren. Die Neubauteile sind so angelegt, dass sie die erdgeschossigen Anbauten möglichst nicht tangieren.
Andere Faktoren wie die Schaffung eines attraktiven sozialen Umfelds für die Bewohner und günstige Betriebsvoraussetzungen fließen ebenfalls in die schematisch skizzierten Konzepte ein.
Auf der Basis bestehender Betriebszahlen und angepasster Stellenpläne wurden die jeweiligen Pflegekosten abgeschätzt.
Obwohl schematisch dargestellt, stehen hinter diesen Skizzen sehr konkrete Realisierungsvorstellungen für die betrieblich und finanziell kritischen Schlüsselstellen.
Die Studie definiert darum nicht nur den Kostenrahmen für die verschiedenen Betriebskonzepte. Sie liefert auch ganz konkrete Projektgrundlagen für das weitere Vorgehen.