
Mit der Umsetzung des neuen Psychiatriekonzepts wandelte sich die Aufgabe der Psychiatrische Universitätsklinik Basel von der Langzeitversorgung zum eigentlichen Akutspital. Parallel dazu ist das Bild der Alterspsychiatrie - wie der Umgang mit unseren pflegebedürftigen, älteren Mitmenschen im allgemeinen - einem starken Wandel unterworfen, weg von einer entmündigenden warm-satt-sauber-leise"-Pflege zu einer auf den Menschen, seine Bedürfnisse und noch vorhandenen Fähigkeiten eingehenden Pflege - statt Gutes tun, Gutes bewirken".
Vor diesem Hintergrund bedeutete der Auftrag zum Umbau der beiden Pavillions zu modernen Stationen der Alterspsychiatrie eine spannende Auseinandersetzung zwischen baulichen Gegebenheiten und neuen Pflegekonzepten. Dass es sich um Umbauten handelte, barg die Chance in sich, sich von gängigen Typologien zu lösen und sich auf das Primat des Wohnens, der Wohnlichkeit - als einen Beitrag zur Wiedererlangung von Normalität" - zu konzentrieren. Bereits auf der Ebene des Konzepts konnte so das Entstehen einer Spital- oder Heimatmosphäre" verhindert werden und nicht erst, wie sonst üblichen, auf der Ebene der Materialisierung. Helle Räume, natürliche Materialien und Farben unterstützen selbstverständlich auch hier das Entstehen einer wohnlichen Atmosphäre.<

In der vorhandenen Gebäudestruktur wurde nun, dem bestehenden Grundmuster folgend, im Erdgeschoss und neu auch im Obergeschoss je eine moderne Pflegestation bestehend aus zwei individuellen Wohngruppen und dazwischenliegenden allgemeinen Räumen realisiert. Standen füher die Schlafsäale im Mittelpunkt, so sind es heute die Wohnbereiche. Um diese Wohnbereiche herum entstanden in der kleinteiligen Baustruktur der früheren Wärterzimmer moderne Einbettzimmer. Die wenigen Doppelzimmer belegen einen Teil der ehemals von Fassade zu Fassade durchlaufenden Schlafsäale.

Nachdem nun gross- und kleinteilige Nutzungen neu verteilt und zeitgemässe Stationen entstanden sind, mag es enttäuschend sein, dass eilige Passanten den Umbau übersehen. Das Haus sieht aus, wie wenn es schon immer so dagestanden hätte und in letzter Zeit nur neu gestrichen worden wäre. Als Architekten empfinden wir dies als ganz besonderes Lob, denn es zeigt, dass es uns gelungen ist, überkommenes und neues so zu verbinden, dass ein neues stimmiges Ganzes entstanden ist. Das äussere Erscheinungsbild widerspiegelt trotz Umstülpung" der Nutzung weiterhin die Nutzungsorganisation im Innern. Inneres und äusseres Bild stimmen überein. Gemessen am Neubaupreis konnten hier relativ preiswert moderne Pflegestationen realisiert und gleichzeitig ein Stück Architekturgeschichte erhalten werden. So wenig spektakulär sich der Umbau auf den ersten Blick präsentiert, so wichtig ist er für die Beteiligten. Mit seinen verglasten Veranden symbolisiert er als öffentliches Zeichen den Wandel der Klinik. Durch die tägliche Auseinandersetzung mit dem Bau vollzieht sich nun dieser Wandel auch in den Köpfen der Menschen.
➝ Die historische Anlage
➝ Bestehende Gebäudestruktur - neue Nutzung
➝ Der Wohnbereich
➝ Die Verbindung zwischen Wohnbereich und Patientenzimmer
➝ Die Patientenzimmer
➝ Ein besonderes Detail
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