Emil Rysler, Architekt SIA - Bauten und Projekte als Architekt selbständiger Architekt



Ideenwettbewerb Ortskern West, Binningen

in Zusammenarbeit mit Jan Verwijnen







Inhalt des Wettbewerbs war die Schaffung eines Ortszentrums mit Verkaufs-, Dienstleistungs-, Gewerbeflächen, Wohnungen, Restaurants, sowie offenen und gedeckten Freiflächen. Das Wettbewerbsgebiet grenzt unmittelbar an die Stadt Basel.

Die ökonomische Problematik - die Läden haben Mühe, sich gegen die attraktiver gelegene städtische Konkurrenz zu behaupten - stimmt mit der städtebaulichen überein - in Binningen besteht kein eigentlicher Kern. An der Grenze zwischen Binningen und Basel geht das städtische Element ohne Grund verloren. Zwei bezugslose, unattraktive Neubauten dominieren ein zufällig entstandenes Konglomerat.

Das vorgeschlagene, differenzierte Gebäude soll dank seiner Eigenständigkeit und Grosszügigkeit die ihm zugedachte Rolle als Zentrum von Binningen spielen und dank seiner räumlichen Attraktivität die lokalen Einkaufsmöglichkeiten anziehen und verbessern. Als Gegensatz zur gegenüberliegenden Strassenseite und um die Eigenständigkeit beider Strassenseiten zu belassen, wird die Krümmung der Haupstrasse abgeschnitten. Ein grosszügiger Platz entsteht vor den neuen Läden. Ein Brunnen knüpft an die dörfliche Tradition an und lädt zum Verweilen ein. Eine Stützmauer trennt den Platz vom Verkehr der Hauptstrasse und fasst ihn räumlich. In einer städtischen Geste lässt sie das Ansteigen der Hauptstrasse als Aufgang zum oberen Dorfteil erleben. Hauptattraktion des Gebäudes ist die versunkene Plaza am stadtseitigem Beginn. Mit ihr soll ein Hauch von Grossstadtattraktivität an der wichtigsten Stelle des Gebäudes eingebracht und die unattraktive Lage der Hauptverkaufsflächen im Untergeschoss des bestehenden Dorenbachzentrums aufgewertet werden.

Am anderen Ende des Gebäudes, Richtung Dorf, nimmt das auskragende Bureauxgeschoss Richtung und Massstab der anschliessenden Bebauung auf. Zwischen Bureaux- und Erdgeschoss bietet sich das offene Mezzanin als überdeckter Freiraum für verschiedene öffentliche und spontane Tätigkeiten an. Eine fest installierte Tischreihe erlaubt Märkte, Bazars, Festessen, Ausstellungen und dergleichen. Die Dachterrasse über dem Bureauxgeschoss ist Eingans- und Freiraum für die vom Strassenlärm abgewendeten, doppelgeschossigen Familienwohnungen. Jeder Nutzung ist als Ergänzung und Bereicherung ein spezifischer Aussenraum sinnfällig zugeordnet.

Das Gebäude möchte im klassischen Sinn attraktiv sein, durch seine Dynamik eine optimistische Grundhaltung ausstrahlen und trotz seiner Grosszügigkeit durch seine Differenziertheit in der Ausführung die Massstäblichkeit der Umgebung einhalten.





  

© Rysler - 8.3.2004