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Die Architektur im Dienst der Patienten
Artikel in: Schweizer Spital/Hôpital Suisse, Nr. 10/1996
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Die Verbesserung des seelischen und sozialen Wohlbefinden der Patienten gewinnt neben den traditionellen Aufgaben der Spitäler zunehmend an Bedeutung. Die Architektur kann dazu wichtige Impulse verleihen. Etwa indem sie in den Patientenzimmern eine klare Abgrenzung zwischen privatem und halböffentlichem Bereich vornimmt oder die öffentlichen Bereiche in den Krankenhäusern so gestaltet, dass in ihnen ein öffentliches Leben gedeiht. Solche und ähnliche Massnahmen spielen erwiesenermassen eine wichtige Rolle für die seelische und soziale Gesundheit der Patientinnen und Patienten. |
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Krankenhäuser werden in der Regel ausschliesslich unter dem Aspekt der medizinischen Seite der Versorgung von Patienten wahrgenommen. Die Budapester Erklärung zu «Gesundheitsfördernden Krankenhäusern» versucht, einer solchen, das Spital quasi auf eine «Reparaturwerkstätte» reduzierten Sichtweise ein Bild des Krankenhauses als Träger des Gesundheitsgedankens entgegenzusetzen.
Vorbildliche Alters- und Pflegeheime
Bisher war die Architektur einer Krankenstation weitestgehend beeinflusst vom Bild der in ihren Betten der Heilung entgegensehenden Patienten und von Gesichtspunkten eines möglichst rationellen Betriebs; dies obwohl sich die zeitlichen Abschnitte in der Behandlungskette verändert haben. Dass die Patienten heute so rasch als möglich mobilisiert werden, hat in der baulichen Planung und Realisierung kaum Spuren hinterlassen.
Auf der Ebene der Patientenzimmer ist die Entwicklung im Sinn der gesundheitsfördernden Krankenhäuser viel weiter fortgeschritten als bei der Station als Ganzes. Dies zeigt die Diskussion um die Gleichberechtigung der Betten in den Zweierzimmern und die daraus gezogenen Konsequenzen. Mit der neuen, meist gegenüberliegenden Anordnung der Betten lassen sich leichter klar voneinander abgegrenzte Territorien bilden.
Private und öffentliche Sphären
In dem Mass, wie die Privatsphäre der Patienten durch die Zunahme an Einzel- oder Zweierzimmern gefördert wird, ist es notwendig, als Ausgleich Angebote im halböffentlichn und öffentliche Bereich zu machen. In diesen öffentlichen Bereichen übernehmen die Pflegenden auch die Funktion von «Animateure» in einem positiven Sinn. Aufgabe der Architektur ist es dann, einen Aktionsraum zur Verfügung zu stellen, den sie nach ihren jeweiligen Bedürfnissen in Besitz nehmen können. Als Ausgleich zu einer stärkeren Exposition benötigen auch die Pflegenden analog den Patienten einen privaten Bereich, wo sie die Türe schliessen und dem öffentlichen Leben des Krankenhauses für einen Moment den Rücken kehren können. |
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