Emil Rysler - Architekt SIA: Publikationen im Gesundheitswesen



Architektur als kultureller Rahmen sozialen Verhaltens


In den letzten Jahren hat sich in unserer Gesellschaft der Wunsch nach einer ganzheitlicheren Sichtweise entwickelt. Der Wertewandel bietet heute die Chance, die Rolle der Architektur auch im Gesundheitswesen neu zu überdenken. Gefordert werden Kliniken und Heime, die dem Patienten zur Unterstützung des Heilungsprozesses vor allem ein hohes Mass an subjektivem Wohlbefinden und menschlicher Würde vermitteln.


Die Radikalität des Wandels lässt sich im Erscheinungsbild der Bauten – als bewusste oder unbewusste Botschaft nach aussen abgebildet – verfolgen. Erfüllte uns vor wenigen Jahren noch eine optimal gemeisterte Technik, eine scheinbar unbegrenzte Flexibilität und die Grösse der Organisation als Ausdruck ihrer Effizienz mit Stolz (Bild 1), so ist es heute der angebotene Komfort und das Eingehen auf den einzelnen (Bild 2). Die Technik wurde als Selbstverständlichkeit in den Hintergrund verdrängt.


Bild 1:
Der Stolz, eine optimal gemeisterte Technik, eine scheinbar unbegrenzte Flexibilität und die Grösse der Organisation als Ausdruck ihrer Effizienz zu zeigen (Klinikum der Rheinisch–Westfälischen Technischen Hochschule Aachen, 1983).

Bild 2:
Der Stolz, den angebotenen Komfort, die Individualität und das Eingehen auf den einzelnen zu zeigen (Columbia–Presbyterian Medical Center, New York, 1991).

 

© Rysler - 17.11.2001