Emil Rysler, Architekt SIA - Bauten und Projekte als Architekt selbständiger Architekt


Sanierung von Gebäudehülle und Haustechnik
Paket B: Dachgeschoss




Vorschlag in der Präqualifikation
Hülle, Baustruktur

Zunächst fällt auf, dass der Fläche des Zeichensaals als eigentlicher Nutzfläche mehr Fläche für Nebenräume und Verkehrswege gegenübersteht. Jede Massnahme an der Hülle wird daher, gerechnet auf die Nutzfläche, als sehr aufwendig beurteilt werden müssen. Darum konzentrieren sich die Massnahmen dieses Vorschlags ausschliesslich auf den Zeichensaal. Mit geringen Umbaumassnahmen liessen sich auch deutliche Verbesserungen an der Grundrissgestaltung und der Nutzbarkeit der Gesamtfläche erzielen.

Ein über dem bestehenden Dach aufgespanntes und hinterlüftetes Sonnenschirm-Dach soll im Sommer eine übermässige Aufheizung der Dachfläche durch die direkte Sonnen-einstrahlung verhindern.

Die Aussenwände werden von aussen gedämmt, damit ihre Masse dem Ausgleich der Temperaturkurve im Zeichensaal zu Gute kommt. Am Giebel erhalten sie eine hinterlüftete Verkleidung aus opalen Glasscheiben, in der Art der Tektonik der bestehenden Betonoberfläche. Auf der Südseite besteht die Verkleidung aus fassadenintegrierten Photovoltaik-Elementen. Sie dienen als Anschauungsunterricht und liefern einen Teil des Stroms für die Lüftung der darunterliegenden Geschosse.

Die Fensterfassade im Norden wird durch neue Fenstertüren ersetzt. Damit kann im Sommer der Zeichensaal zu einem Freiluft-Unterrichtsraum mutieren.


Beleuchtung

Die bestehende Beleuchtung im Zeichensaal wird ersetzt durch eine hocheffiziente Direkt-/lndirektbeleuchtung und einer Zusatzbeleuchtung für die Wandtafel. Von den Leuchtenkörpern wird ein kleiner Teil des Lichtstromes an die Decke als Indirektbeleuchtung und der grosse Teil nach unten als Arbeitsplatzbeleuchtung gerichtet.




Legende:
1 Zeichensaal
2 Ausstellung
3 Material
4 Sonnenschirmdach
5 Hinterlüftete Verkleidung
6 Fassadenintegrierte Photovoltaik
7 Fenstertüren



Zusammenfassung der Massnahmen

Gebäudehülle:

Anpassung des Nutzraumvolumens an effektive Nutzung
Sonnenschirmdach
Austausch von Fassadenelementen
Wärmedämmung an Giebel- und Südwand

Heizung/Lüftung:

Anpassung der Heizungsregelung an neuen Bedarf
Verbesserung der natürlichen Lüftung

Beleuchtung:

Austausch durch tageslichtabhängige Direkt-/Indirekt-Beleuchtung
Bewegungs- und tageslichtabhängige Schaltgruppen in den Verkehrsflächen

Behaglichkeit:

Erhöhung von Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit durch verbesserte natürliche Lüftung und unterrichtsgerechte Beleuchtung
Lockere Atelieratmosphäre

Energieeffizienz:

Wärme - 2 %
Strom - 9 %

Kosten:

0.4 Mio.



Nachweis im Studienauftrag


-> Konzentration der Mittel auf die Sanierung von Dach und Zeichensaal
-> Nutzwertsteigerung durch Einbezug des Aussenraums
-> Maximale natürliche Lüftungsmöglichkeit ("Freiluftschule")
-> Klimapufferzone als Ausstellungsraum und Foyer
-> Schaffung von Speichermasse durch Aussendämmung
-> Erhaltung der präzisen Volumenformulierungdurch hinterlüftete Verkleidung mit grossformatigen Aluminiumtafeln
-> Option: fassadenintegrierte Fotovoltaikanlage als Zeichensetzung und zur Deckung eines teils der Lüftungsenergie








© Rysler - 8.3.2004