Emil Rysler, Architekt SIA: Bauten und Projekte als assoziierter Architekt der Burchkardt + Partner AG



Psychiatrische Universitätsklinik Basel
Öffnung nach Aussen


Umbau der Häuser E + P für die Abteilung Alterspsychiatrie
Psychiatrische Universitätsklinik Basel, 1994-1998


Während die meisten Zimmer und patientenbezogenen Stationsräume nach Aussen orientiert sind, öffnen sich die Wohnräume und halböffentlichen Stationsräume zum Zentrum der Gesamtanlage. Helle, verglaste Veranden erweitern den Wohnbereich. Hier kann man sitzen, das Geschehen im Park der Klinik verfolgen und sich dabei je nach Stimmung mit der eigenen Wohngruppe verbunden fühlen oder ihr auch den Rücken zuwenden. Im Gegensatz zu den Patientenzimmern ist der Wohnbereich räumlich und nutzungsmässig schwächer definiert. Durch die Art der Übergänge, die vom Gang zu den Wohnräumen und von diesen zu der Veranda zunehmend durchlässiger werden, entsteht eine räumliche Transparenz, mittels der sich der Wohnbereich je nach Standort und Lichteinfall immer wieder neu erleben lässt. Die Kombination der beiden Wohnräume und der Veranda bietet Patienten und Pflegenden ein vielfältiges Angebot an Nutzungsmöglichkeiten.


Der Längsgang durch das Gebäude wird durch die beiden Wohnbereiche unterbrochen und in drei Abschnitte unterteilt. Weil für die in ihrem Orientierungsvermögen zum Teil sehr stark eingeschränkten, älteren Menschen das Wiedererkennen räumlicher und baulicher Merkmale aus dem Alltag wichtig ist, erhielt jeder dieser Abschnitte seine eigene, nahe an vertrauten Bildern liegende Identität. Bewusst wurde alltägliches und zeichenhaftes als Orientierungshilfe eingesetzt. Die beiden aussenliegenden Abschnitte vermitteln als halb-private Zone zwischen dem privaten Territorium der Zimmer und dem halb-öffentlichen Wohnbereich der Gruppe. Ihre Gestaltung ist ruhig gehalten, die Beleuchtung entlang den Wänden intimer. Wo möglich wurden "Begegnungsorte" eingeflochten, wie die Sitznischen am Ende der Korridore.




© Rysler - 27.10.2001